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Mediendidaktische Zielanalyse

Kerrres differenziert die verschiedenen Ziele eines multimedial aufbereiteten Lernangebots als (kognitive, affektive und psychomotorische) Lehrziele, deren Transformation in Lernziele sowie Kommunikations- und Projektziele.

Mediendidaktische Zielanalyse ist mehr als als die klasssische Spezifikation von Lehrzielen – sie umfasst ebenso den Abgleich mit anderen Projekt- und Kommunikationszielen.

Am Anfang steht die Analyse und Wichtung der verschiedenen kognitiven Lehrziele unter Berücksichtigung der Leistungsniveaus und die Einbeziehung weiterer affektiver und psychomotorischer Ziele.
Auch für niedrigere Leistungsniveaus reicht die einfache Aufbereitung als Text oder Video nicht aus: Repetieren generiert kein dauerhaft speicherbares oder anwendbares Wissen. Das Wahrnehmen und Einprägen von Information muss einhergehen mit einem Verständnis der Bedeutung dieses Wissens. Verstehen heißt, dass der Lerner Sachverhalte in eigenen Worten wiedergeben, Bezüge zu anderen Kontexten herstellen, Implikationen und Konsequenzen selbständig entdecken kann. Das ist gerade in institutionalisierten Lernaktivitäten, z. B. in der (beruflichen) Weiterbildung, bei der Vermittlung und Generierung von Anwendungswissen, von zentraler Bedeutung.

Ziel bei der Konzeption von multimedialen Lernumgebungen muss also es sein, eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gegenstand zu ermöglichen.

Hochwertige Leistungsniveaus sollten vor allem für die Steigerung des Lerntransfers, die Übertragung von Gelerntem auf die neue Situation, angepaßt werden. Je hochwertiger das Leistungsniveau, desto höher ist der Aufwand für Konzeption und Entwicklung des Mediums.

In den konkreten Projekten müssen die Lernziele realistisch und angemessen definiert und mit dem Auftraggeber vereinbart werden – Aufwand und Nutzen müssen in einem vertretbaren Verhältnis stehen.

Die Erwartungshaltung des Auftraggebers kann problematisch sein: oft werden zu hohe oder zu niedrige Leistungsniveaus angestrebt. Sind die Erwartungen zu hoch, muss das didaktische Design entweder auf das Problem möglicherweise zu hoher Entwicklungskosten oder auf lernorganisatorische Anpassungen (Präsenzphasen,etc.) hin angepasst werden.
Zu niedrig angesetzte Lehrziele haben mittel- und langfristig mangelhaften Lerntransfer zur Folge. Oft hat der Auftraggeber kein Bewusstsein für dieses Risiko, und die Folgen lassen sich nur schwer quantifizieren.

Affektive Lehrziele müssen benannt werden, weil die Darstellung von Sachverhalten eine Wertung enthalten kann, die der Lerner unbewußt übernimmt und die bewußt genutzt werden. Sie sollten besonders sorgfältig mit den Kommunikationszielen abgeglichen werden.

Psychomotorische Lehrziele, z. B. in Maschinen- oder Anlagentrainings, werden an Bedeutung zunehmen, denn mit der Weiterentwicklung von Technologie und Technik (Datenübertragung, Umsetzung und Interaktivität) können Erfahrungen vermittelt werden, die sonst nur direkt am Gerät zu vermitteln sind. Im Verhaltenstraining (Gesprächs- und Verhandlungsführung) wird das das direkte Training nicht ersetzt, ergänzt aber Vor- und Nachbereitung, z.B. bei der Wirkung auf Gesprächspartner.

Teilhausaufgabe 4

Kerres: Multimediale und telemediale Lernumgebungen

Zusammenfassung

Erhebung, Modellierung und Präsentation von Wissen mit didaktischem Fokus: Knowledge Engineering und Zielanalyse sind die Basis für die Spezifikation von Zielen, die Transformation vom Lehrinhalt zum Lernangebot und die Umsetzung in Präsentationsformen und Aufbereitung.

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Zuletzt aktualisiert: 20. Nov, 18:45

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